Teppiche I
Al-hisan - Das Freiheits-Pferd im Lager von Jenin
Von CHH - Dezember, 2024

Zwanzig Jahre hat das Flüchtlingslager Jenin ihr Freiheitspferd behalten, bis es von den Besatzungstruppen im Oktober 2023 vom Osteingang des Lagers entfernt wurde. Bei ihrem Angriff auf Jenin griff die Besatzungsarmee das Pferd nicht nur an, sondern sie "verhaftete" es. Sie schleppte es einfach weg. Ein Bulldozer fuhr mit dem Pferd am Regierungskrankenhausgenau vorbei - und mit ihm die Überreste des Krankenwagens, in dem Dr. Khalil Suleiman ermordet wurde - und verliess mit ihm das Lager.
Denkmäler erinnern in der Zukunft nicht nur an die Vergangenheit."Sie lehren uns auch etwas über die Gegenwart," schreibt Rana Barakat, Dozentin an der Birzeit-Universität, denn "ein Denkmal entsteht aus den Überzeugungen, der Politik und den Anliegen seiner eigenen Zeit." (3) Heute werden diese Zeugnisse „Gegendenkmäler“ genannt, da sie, "anstatt schmerzhafte Erinnerungen sicher und distanziert in gefühllosen Stein zu versenken, die Erinnerung lebendig halten." Solche "Gegendenkmäler" sollen sowohl die Opfer ehren, als auch die Verantwortung an vergangenem und/oder fortdauerndem Unrecht wachrütteln. Rana Barakat sieht das Jenin-Pferd daher als ein solches Gegendenkmal, als ein "Symbol für genau diese Art andauernder Gewalt, die noch nicht beendet ist und so keines Gedenkens oder einer Erinnerung bedarf" (4).
Weil es nicht aber gelingt, den Widerstand in Jenin zu zerschlagen, wird versucht, ein falsches Bild des Sieges zu erschaffen, indem Erinnerungen einfach aus dem Weg geschafft werden, so, als hätte das Morden in Jenin gar nicht stattgefunden. Im Grunde kann die Entfernung dieser Freiheits-Statue durch die Besatzer als das Symbol ihrer Niederlage gesehen werden und als Mahnung, dass begangenes Unrecht nicht durch Morde und durch das Verschwindenlassen ihrer Symbole zum Schweigen gebracht werden kann.
Der kleine Steine-Verkäufer in Jordanien
Von CHH - September 2024
“Es ist schwer, an die Zukunft von morgen zu denken,
wenn wir heute nicht genug zu essen haben.“
Ich laufe durch Petra. Es ist heiß und staubig. An der Seite der Straße entdecke ich einen kleinen Steinhaufen und blicke um mich, neugierig, wer diese dort wohl platziert hat. Da erscheint er, der Besitzer dieser Steine, der unter einem Busch nach etwas Schatten gesucht hat. „Guck mal, schöne Steine“, preist er seine Ware an und erklärt,“ich mache dir einen guten Preis.“
Sie sind wirklich schön, seine Steine. „Wo hast du sie her?“ „Selbst hier in Petra gesammelt,“ erklärt er stolz. „Jeden einzeln habe ich besonders ausgewählt, guck!“ Er nimmt einen in die Hand, streicht den Staub weg, poliert ihn und reicht ihn mir mit einem Blick, als sei dies ein sehr seltener Edelstein.
Dieser Junge berührt mich. Er sollte in der Schule sein. Aber er sitzt in der Hitze unter einem kleinen Busch und versucht, Fremde wie mich zu finden, die seine Situation traurig macht und die ihm dann einen Stein abkaufen.
Ich suche mir zwei Steine heraus. Neben mir bleibt eine der vorbeiziehenden Touristinnen stehen. „Schöne Steine“ sinniert sie und fährt fort, als wolle sie sich mir gegenüber entschuldigen, „er tut mir leid, der Kleine, aber ich kann ja meinen Koffer nicht mit Steinen auffüllen.‘
Der Junge wickelt die beiden Steine vorsichtig in ein kleines Stück zerrissenes Plastik, so, als verpacke er ein wertvolles Schmuckstück. Ich suche in meiner Tasche nach etwas Geld, finde aber nur einen 20 Dinar Schein. „Kein Problem‘, sagt der Junge jovial und holt aus seiner Hosentasche ein Bündel Geldscheine, um mir den Schein zu wechseln.
Ich gebe ihm fünf Dinar und nehme die Steine, um sie ebenso vorsichtig in meiner Tasche zu verstauen. „Gib ihm doch nicht so viel Geld,“ seufzt da die Touristin. "Wenn Du das überall so machst, dann verdirbst du ja die Preise. Von wo kommst Du denn her?! Hier im Orient musst man mit denen doch handeln! Sonst halten sie dich für dumm und hauen dich übers Ohr. 50 Cent wären doch wirklich reichlich gewesen für diese beiden Steine! Du bist wohl das erste Mal hier in Jordanien. Hier musst Du aufpassen. Sie nennen dir hohe Preise und ziehen dir so das Geld aus der Tasche.“ Kopfschüttelnd zückt sie ihre Kamera und zieht weiter.
Mir hat noch niemand das Geld ‚aus der Tasche gezogen‘ in den sieben Jahren, die ich mich nun schon in diesem Land aufhalte, an einer Deutsch-Jordanische Universität (GJU) arbeite und mit den Studierenden Projekte für diejenigen Kinder aufbauen will, die keine Schule in der Nähe haben und auch von keiner staatlichen oder humanitären Organisation eingesammelt werden, um dann mit Bussen in die nächstgelegenen Schulen gebracht zu werden (1).
„Er wird bestimmt ein guter Edelstein-Händler,“ erklärt mir sein Vater, der sich in der Zwischenzeit zu uns gesellt hatte. „Alle müssen mithelfen, in der Familie. Es ist nicht einfach, das Leben hier,“ fügt er etwas verlegen hinzu, wohl wissend, dass der Platz seines Sohnes eigentlich in einer Schule sein sollte. „Er liebt Steine, kann mit Geld umgehen und kennt die Gepflogenheiten der Touristen.“ Der Vater strahlt. “Er braucht keine Schule für diesen Handel, das haben sie mir gesagt. Er muss das aber von klein auf lernen. Dann schafft er das schon!“
Der Tee ist doch hier im Garten
Vor Monaten bin ich eingezogen, in das Haus. “Können wir sehen, wie es bei Dir aussieht?“ fragt der Hausherr, der die Wohnung nur im Rohbau kennt. Zu Besuch aus Kuwait steht er mit seiner Ehefrau erwartungsvoll vor der Wohnungstür. Allein, ohne sie, würde er niemals die Wohnung betreten. Die Beiden durchstreifen die Zimmer. Ja, es ist schön geworden, mit den Teppichen auf dem Boden und an den Wänden, mit den Kannen und Töpfen aus Kupfer und Messing und den alten, großen Tonvasen, sagen sie, nicken und gehen in die Küche.
Die ist groß und geräumig, der Backofen fasst einen Braten für mindestens zwanzig Personen. Familienküche halt, wie hier so üblich in Jordanien. Sie öffnen die Küchenschränke. "Alles da?! Du hast ja alles gekauft!" Neben dem Wasserkocher ein Glas Nescafé und weitere solche Gläser, neu gefüllt mit verschiedenen Teesorten. Sie öffnen alle Gläser, riechen, reden miteinander in ihrer Sprache und lächeln.
Am Nachmittag führt mich der Hausherr durch seinen Garten. Er lässt mich an den Blättern der Bäume und Büsche riechen. "Tee", sagt er und bricht mir einige Zweige ab. "Der Tee ist doch hier im Garten."
Und so mancher steht dann plötzlich vor einer verschlossenen Tür.
Das Verwundern darüber, dass etwas so ganz anders interpretiert und gesehen wird, als man das selbst tut. Das Bemerken von ganz klaren Grenzziehungen: Ihr seid zwar willkommen hier im Land, aber die Grenze des für Euch Erlaubten, die setzen wir, die bestimmt nicht Ihr. Dies alles ist Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland nicht immer leicht zu vermitteln.
Ein Forscherteam aus Deutschland führt ein Projekt mit Jugendlichen aus Deutschland und Jordanien durch. Es hat unsere Hochschule als Kooperationspartner angefragt. Das Projekt ist von deutscher Seite bereits durchgeplant und in Deutschland so genehmigt. Wir stellen jedoch sehr differierende Vorstellungen fest und bitten um ein Gespräch. Wir halten einen Workshop für Mädchen und Jungen mit gemeinsamer Übernachtung der Gruppe für problematisch und schlagen ein Tagungshaus in der Nähe des Wohnortes vor, damit die Jugendlichen zu Hause übernachten können. Des Weiteren bestehen wir darauf, das Thema Sexualität als absolut tabu zu betrachten. Warum? Weil so etwas in Jordanien halt nicht geht. Lediglich letzterem stimmt die Forschungsgruppe aus Deutschland mit Kopfschütteln zu. Sie finden eine Schule mit Tagungshaus, dessen Direktor sich bereit erklärt, eine gemischte Jugendgruppe für das deutsche Team zusammenzustellen.
Der Workshop soll die vorhandene Fremdenfeindlichkeit und den zum Teil vorfindlichen Hass auf Andere in Deutschland behandeln. Ich treffe mich mit den jordanischen Pädagoginnen, die angefragt wurden, um den Workshop durchführen. Sie planen, nicht die Ablehnung von Fremden, sondern die Willkommenskultur in Jordanien zu thematisieren, so, wie sie überall im Land praktiziert wird, und ich bin sehr neugierig auf die Ergebnisse.
Nach dem Ablauf des Workshops dann plötzlich ein Anruf, wir müssen sprechen, unbedingt, es gab Probleme, mit dem deutschen Team, mit den Jugendlichen, mit dem Ablauf, ja, eigentlich mit Allem. Wir vereinbaren ein Treffen. Die beiden Frauen sind sehr zurückhaltend, sehr zögerlich. Doch dann bricht es aus ihnen heraus: Es war so respektlos, so unhöflich. Und vor allem hätten die Deutschen einen Film mit Szenen gezeigt, die mit der Kultur des Landes nicht vereinbar seien. Ich bin erstaunt, denn ich kenne den Film und habe ihn selbst oft mit Jugendgruppen zusammen angesehen. Es sind unsittliche Szenen, wird mir erklärt. Noch immer verstehe ich nicht, worum es geht. Nach meiner Ansicht gibt es in dem Film keine 'unsittlichen Szenen'. Eine der Pädagoginnen öffnet ihren Laptop und zeigt mir ihre Screenshots. Küssende Paare; eine von einem Mann an die Wand gedrängte Frau, halb ausgezogen, eine Szene 'mit eindeutigen Absichten'; Jugendliche - Mädchen und Jungen – auf einer Party, Bierflaschen schwenkend. Dialoge, die, falls in den arabischen Untertiteln so übersetzt, als Fäkal- oder als sexualisierte Sprache zu beschreiben sind. Was war geschehen? Nicht die Originalversion aus dem Jahr 1981 war gezeigt worden, sondern eine Neuverfilmung, "angepasst" mit stereotypen Bildern "DER Jugend von Heute".
Die jordanischen Jugendlichen waren schockiert. Solche Szenen gibt es nicht in den Spielfilmen, die im Lande ausgestrahlt werden. Ja, sie sind sogar verboten und werden von der Zensurbehörde herausgeschnitten. Einige der Jugendlichen verliessen sogar den Vorführraum. All das wurde vom deutschen Team in seiner Tragweite offensichtlich so überhaupt nicht wahrgenommen. Man versuchte sich im anschliessenden Gespräch auf die Story zu konzentrieren und aus einzelnen Szenen Verhaltensstrategien der Jugendlichen im Film zu beschreiben. Mit den jordanischen Betreuern hingegen thematisierten die Jugendlichen ihren Schock über diese sexuellen Szenen im Film und diejenigen mit den alkoholtrinkenden Jugendlichen. Das waren für sie nun die bleibenden Bilder 'der' Jugendlichen in Deutschland. Niemand vom deutschen Team erfuhr von diesen Debatten, sie fanden in Arabisch statt und unter Abwesenheit der Deutschen.
Als Fremde in einem Land machen wir Fehler, die wir selbst gar nicht bemerken. Zum Verstehen braucht es halt doch etwas mehr, als nur eine Reise in das Land eines Anderen.
Verstehen ist eine Reise ins Land eines Anderen
Heute ist alles anders. Ich bin weggegangen aus Deutschland. Selçuk ist geblieben, in seinem Istanbul. Er kann ohne den Bosporus nicht leben. Sagt er. Doch auch ihm kommt immer wieder einmal ein 'vielleicht gehe ich nach ...' in den Sinn. Wir bleiben zwei Reisende in dieser Welt, selbst dann, wenn wir am selben Ort ausharren.
Das Reisen nach Istanbul hat seit längerem sein Ende für mich. Und damit auch die bisherige Konzeption des Blogs. An einem Ort zu sein - nun in Jordanien - und das für mich zuerst Fremde zu beobachten und zu beschreiben. Einfach so. Wie ich es sehe. Das ist der Perspektivwechsel für mich, von dem aus ich in Zukunft meine Texte formulieren werde.
Warum machen wir dann hier nicht einfach weiter, haben wir uns oft gefragt. Ja, warum eigentlich nicht.
"Du willst nach Duhok?!" - "Was willst Du denn im Krieg?"
Es ist Nacht als wir in Erbil ankommen. Man hat vergessen, uns abzuholen. Sowas passiert. Etwas neidisch blicken wir auf die hochgehaltenen Schilder der Abholer. Alle sind sie da, GIZ, UNHCR, Malteser, UNICEF ... und warten mitten in der Nacht auf diejenigen, die ebenfalls bereit sind, sich in Kurdistan zu engagieren. Erschöpft dennoch im Hotel angekommen, erfahren wir, ein Fahrer werde uns am nächsten Morgen abholen. "Dunkelhäutig, mit schwarzen Haaren. Ihr erkennt ihn leicht." Er ist also kein Fremder, kein ‘Ausländer‘, wenn er so aussieht wie fast alle hier. Das beruhigt. Und er ist leicht zu erkennen? Mal sehen.
Fast eine gemütliche Aufbruchstimmung. Das Hotel komfortabel. Waffen bleiben draussen. Der IS wirkt hier eher wie ein Schreckgespenst aus vergangenen Tagen. "Es dauert nicht mehr lange, dann sind die ganz verschwunden." Die Themen sind mehr an der Zukunft ausgerichtet. Es geht um "Kurdistan after ISIS" - so eine Konferenz an der Universität Duhok, zu der die Veranstalter auch uns eingeladen haben. Eine richtige thematische Entscheidung, denn man kann nicht rückwärts in die Zukunft blicken.
Die Fahrt von Erbil nach Duhok, eigentlich nur ca. drei Stunden, dauert doppelt so lang, da wir Mosul umfahren müssen. Rechts und links der Strasse immer wieder Schafe und Ziegen. Ab und zu ein paar Häuser und einige Läden. Sonst nur die weite baumlose Landschaft. Lediglich Checkpoints erinnern an die noch immer lauernde Gefahr. "Wen hast Du da im Auto?" "Alemanya." "Alemanya? Na dann gute Fahrt, schöne Zeit für Euch und kommt bald wieder!" Und weiter geht es. "Sie mögen die Deutschen hier. Mit Euch komme ich gut durch" grinst der Fahrer und hält an einer Betonsperre. "Durst?" Ein Junge springt herbei. Das Wasser ist noch kühl. Die Sperren heute, eine Chance für die Kids, sich bei der Hitze ein paar Dinar zu verdienen.
Wie biegen ab und fahren nach Lalish. Ehrfürchtig betrachten wir diesen heiligen Ort der Jeziden. Was uns dort gezeigt und berichtet wird, ist kaum zu verkraften. [1] Hier gibt es keine Aufbruchstimmung. Nur Trauer. Hier ist der IS noch präsent. Überall! Ein kleiner Junge wird an uns vorüber getragen. Er wirkt leblos, wie zerstört. Seine Augen sind stumpf. Er starrt vor sich hin und redet nicht. Er ist nur einer von vielen. "Viele unserer Männer konnten wir noch nicht einmal beerdigen. Wir haben längst nicht alle Massengräber gefunden. Tausende Frauen und Kinder sind noch versklavt. Viele, viele von ihnen leben wohl nicht mehr. Wir hoffen! Aber es ist eine Qual." Familien sind ausradiert, der Lebensraum ist zerstört ... diese Erinnerungen sind grausam. Und den Kampf um ihre Dörfer, den führen gegenwärtig andere. "Ja, vielleicht sind wir hier sicher, aber diejenigen, die dort zurückgeblieben sind, die leben noch heute in Angst und Schrecken." Die Tragödie der Jeziden ist nicht zu vergessen. "Es wird Generationen dauern, bis ... ." Ja, bis ...Wir verlassen diese trauernde Stille und machen uns auf den Weg nach Duhok. "Kurdistan after ISIS" - Wird es dort noch um mehr gehen, als um "... the right of Kurdistan region to self-determination?" [2]
Zwei Tage später treffen wir unseren Kollegen, der mit Ärzten aus Deutschland in der Region unterwegs war. Verstört zeigt er uns zwei Fotos. "Hier" und er deutet auf das eine "hier haben wir gestern Nacht geschlafen. Heute ist dort alles zerstört. Wären wir eine Nacht länger geblieben, vielleicht wären wir jetzt tot." Was war dort geschehen? Es war nicht der IS, der noch einmal zurückgekommen und dabei nicht nur getötet und einen Sendemast zerstört hat, sondern auch die Medizinstation teilweise verwüstet hat. Das waren türkische Kampf-Flugzeuge, die in den Sinjar Bergen sehr gezielt 'PKK-Stellungen' bombardiert hatten. "Sicher sind dort oben kurdische Kämpfer," berichtet unser Kollege. "Klar auch von der PKK, denn wie ist Sicherheit dort sonst möglich? Wer hat denn die Gebiete dort befreit? Wie sollen denn weitere Gebiete befreit werden, ohne deren Präsenz?" Und es verwundert nicht, wenn während der Konferenz auch immer wieder zu hören ist: "Den IS werden wir besiegen. Das ist sicher. Viele von uns stellen sich aber die Frage, ob der eigentliche Feind, vor dem wir auf der Hut sein müssen, nicht mittlerweile wieder die Türkei ist". Es ist nicht leicht, an einer Zukunft zu bauen, von der man nicht weiss, ob sie einem nicht gleich wieder zerstört wird.
1) folgt.
2) Kurdistan after ISIS: Questions of Identity and Boundary, Conference held by Iraqi Kurdistan Regioinal Covermorate, Ministery of Higher Education and Scientific Research, University of Duhok & Beşikçi Center for Humanity Studies from 22.-23 April 2017 - folgt.
"We'll not give up! Never! We will free them, all of them, our enslaved women and children."
There is excitement early in the morning in Duhok. It is on television, on the radio, on social media - everywhere. It spread like wildfire. “They have liberated 36 people tonight!” We do not understand the excitement. 36 people have arrived in Duhok, which have left the terror in Mosul behind them. We see such people every day, people who have somehow managed to escape the terror of the hail of bombs and conflict in and around Mosul. Why suddenly all these bright faces? “A family is back," explains Khalil, our companion. "This was the third attempt to liberate them. And tonight, it was successful." Now we finally understand; it's about a completely different situation. A Yazidi family who had been abducted was recovered from the Islamic State and freed from their enslavement!
Khalil arranges a meeting with the head of this mission. We later stop in front of a dark building in the city center, brightly lit hotels all around. Security forces accompany us inside. Gaping emptiness surrounds us. Only three windows on the fourth floor are lit. There are cameras filming on the terrace. An interview is being carried out. It ends abruptly as we appear. A table is brought out and chairs are placed around it. We sit down. Everything seems a bit odd. However, the situation quickly becomes clear. Outside in the dark, in the midst of secret services and security people, we meet Hussein Qaidi, the head of the office for kidnapped and rescued Yazidis in Duhok, who personally led today's liberation mission. "We had to walk seven kilometers into the IS area until we were able to receive the families," he says, still visibly affected and impressed by the success of the action. "That was tonight at two o'clock; at six, we arrived back in Duhok. We made it this time, ALL of the people were rescued! We liberated five women, 26 children and five men."An Yazidi advocate helped quietly usher 1.100 ISIS survivors to Germany in an unprecedented asylum programm.












